Unterschied Nutria,Biber & Bisam

Nutria am Ufer

Oft gibt es Schwierigkeiten, vor allem aus der Entfernung , ein Nutria ( oft irreführend auch Biberratte genannt, siehe auch Blogartikel unten ) zu erkennen und man hält sie für Bisamratten bzw. Bisam oder auch umgekehrt oder denkt es ist ein Biber.

 


Der Bisam ( Ondatra zibethicus ) bzw. die Bisamratte, wie sie häufig auch bezeichnet wird,  kommt ursprünglich aus Nordamerika, gehört zu den Nagetieren und wurde zur Pelztierzucht hier eingeführt. Zoologisch gesehen keine Rattenart, sondern zu den Wühlmäusen gehörig, daher ist der Name Bisam der eigentlich korrekte. Er erreicht eine Kopf-Rumpflänge von 35 cm und ein max. Gewicht von ca. 2,3 kg.

 

Auch die Unterscheidung zum Biber ( Castor fiber ) ist für manchen aus der Entfernung und oder im Wasser schwierig. Jedoch ist in Deutschland der Biber noch recht selten, und einmal aus dem Wasser getreten und/ oder aus der Nähe betrachtet, ist er jedoch aufgrund seiner Größe und der charakteristischen Schwanzkelle doch recht gut zu erkennen.

 

Biber - Nutria - Bisam im Vergleich :

Übersicht Biber Nutria Bisam
Foto: The Invasion



Wie erkenne ich ein Nutria ?

links ein junges Nutria und rechts ein erwachsenes

 


1. Die Größe.  Nutrias sind schon recht groß ( 60 cm plus Schwanz ), aber nicht so groß wie Biber

 

2. Die orangefarbenen Zähne, die meist schon von weitem zu erkennen sind. 

 

3. Die stumpfe Form des Kopfes, sieht beim Nutria eher aus wie bei einem Riesenmeerschweinchen, beim Bisam eher schmal und spitz, wie bei einer Ratte bzw. Maus.

 

4. Die vielen leuchtend weißen langen Schnurrhaare.

 

5. Die gut erkennbaren unbehaarten Ohren, die fast dem eines Menschen ähneln. Beim Bisam sind sie rund, enganliegende und fast vom Fell bedeckt.

 

6. Der kreisrunde wenig behaarte Schwanz.

 

7.  Die Entenfüße " , d.h. Schwimmhäute zwischen den Zehen der Hinterfüsse, aber mit einer freiliegenden Zehe.

 

8. Das Verhalten. Die Nutrias sind weniger scheu, eher aufgeschlossen und lassen sich zum Teil sogar füttern.

 

9. Die Art, wie sie schwimmen. Das Nutria hält beim Schwimmen den Kopf schräg nach oben, oft kann man auch die orangefarbenen Zähne schon sehen, der Körper bzw. Rücken und Schwanz sind sichtbar.

Beim erwachsenen Biber dagegen schaut nur der Kopf aus dem Wasser heraus. Der Bisam dagegen spreizt seine Hinterbeine beim Schwimmen weit auseinander und nutzt seinen Schwanz auch zur Unterstützung der Schwimmbewegung.

schwimmendes Nutria

hier ein Nutria :)

Die typischen Erkennungsmerkmale

im Video

bei den Nutrias gibt es übrigens, bedingt durch die Pelztierzucht, alle möglichen Farbvariationen; von weiß ( eher selten ) beige, braun bis tiefschwarz und sogar gescheckte.

noch mehr Besonderheiten unter

Die Unterschiede in der Übersicht

 

Tabelle zu den Merkmalen/ Unterschieden Nutria,Bisam,Biber

 Zum besseren Verständnis und als Unterscheidungshilfe zu den anderen Tieren noch ein paar Videos ....


Bisam

Bisam
Ondatra zibethicus

Gut zu erkennen: Das spitzere Gesicht und die kleineren runden Ohren. ( Video Adrian Bothe )

Und so frisst ein mächtig hungriger BISAM ...

Biber

biber
Castor

Groß und mit der typischen Schwanzkelle 

Eine gute Übersicht und Farbtafel findet sich auch hier

... und wie das Ganze bei einem NUTRIA  aussieht.

Hier im Vergleich kann man gut die unterschiedliche Kopfform und Nasenpartie erkennen, die wesentlich breiter und mit großen Nasenlöchern ist, sowie die langen leuchtend weißen Schnurrhaare.


Zum Thema

Verdrängen Bisam und Nutria den heimischen Biber ?

Ab und zu hört man die Meinung, die Nutrias würden die wieder in Deutschland eingeführte Biberpopulation gefährden.

Dem ist aber nicht so. Was auch die in den letzten Jahren zu beobachtende Zunahme an Biberbeständen in Regionen zeigt, die bereits von Nutrias besiedelt sind.

Biber und Nutria leben friedlich in ihrem Habitat nebeneinander. Allenfalls zwischen Nutria und Bisam gibt es Konkurrenz und an vielen Orten verdrängen die Nutrias die Bisamratten, nicht aber die Biber.

 

hier geht es zu einem entsprechenden Artikel

von Prof. Dr Volker Zahner/ Weihenstephan, Arbeitsgruppe Biologische Invasionen


... und auch sonst füllen die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nutrias hier bei uns in Deutschland eine sogenannte ökologische Nische aus, d.h. sie verdrängen keine heimische Tier oder Pflanzenart.

Weitere Vorurteile und Fragen unter

Das ewige Dilemma :

Verwechslung Biberratte und Bisamratte

Alle Blogartikel



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Nutria/Foto: Pixabay
Nutria/Foto: Pixabay