Stelzenläufer und Nutria

Der Stelzenläufer (Himantopus himantopus) - seltener Gast und nach 22 Jahren wieder Bruterfolg in NRW Dank Nutria !

Eigentlich ist dieser elegante und auffällige Vogel, der zu den Säbelschnäblern ( Recurvirostridae ) gehört, meist nur in wärmeren Gefilden zu beobachten und ist auch recht wählerisch bei der Auswahl des Brutplatzes, da er er häufig Verluste bei der Brut erleiden muss.

 

Trotzdem kommt es auch immer wieder einmal vor, dass er auch bei uns in Deutschland brütet. Wenn auch sehr selten.

So war in diesem Fall, im Jahre 2008, der erste Bruterfolg am Bienener Altrhein nach langen 22 Jahren zu verzeichnen. Und nicht nur das, es handelte sich hier sogar um die bisher 2. dokumentierte Brut überhaupt. 

Dem Speiseplan sei Dank

Das er sich überhaupt niedergelassen hatte, war dem Speiseplan der Nutrias zu verdanken.

Zitat der Avifaunistuschen Kommission der Nordrhein-Westfälischen Orinthologengesellschaft:

" Bruthabitat - Einfluss der Nutria

 

Als Neststandort wurde ein Bereich gewählt, der in der Vergangenheit nicht zur Verfügung gestanden hätte. 

 

In den Jahren zuvor wurde der Althein in diesem Bereich von einem breiten Röhricht gesäumt. Durch die starke Zunahme der Nutria (Myocastor coypus) am Bienener Altrhein sind insbesondere die Rohrkolben-Bestände (Typha) im Uferröhricht intensiv befressen worden und dadurch stark zurückgegangen.

So standen den Stelzenläufern zur Beginn der Brut breite Schlammflächen mit vereinzelten kleinen Rohrkolben-Resten zur Verfügung. An der Basis eines solchen „Typha-Inselchens“ wurde das Nest gebaut, relativ offen auf eine Schlammfläche vor dem Röhricht, in unmittelbarer Nähe zur Wassergrenze."

 

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Das Ausblenden der positiven Aspekte

Leider wird von gewissen Kreisen immer nur gesehen, was die Nutrias alles fressen, dass dies auch durchaus positive Auswirkungen hat, sich durch Schaffung neuer Brutplätze seltene Vogelarten wieder ansiedeln und / oder die Gewässerqualität verbessern und somit auch die Fischbestände erhöhen, grundsätzlich übersehen oder negiert. 

Im Gegenteil, sobald es in einem Gebiet zu einem Rückgang einer Pflanze kommt, werden automatisch die Nutrias verurteilt.

Denn es sind in den Augen mancher immer noch fremde Tiere ( bestärkt wird diese Ansicht durch die zweifelhafte Listung in der EU-Verordnung invasive Arten ) , obwohl sie schon längst in Deutschland etabliert sind und deswegen auch als heimische Art betrachtet und behandelt werden sollten. ( und es per Definition auch sind )

Und es werden auch keinen Mühen gescheut, diese "Gefährlichkeit" dann in jüngerer Zeit mit zweifelhaften Methoden zu belegen.

Dabei wird völlig außer acht gelassen, dass es immer mehrere Gründe gibt, die zu einem Rückgang einer Art führen, es immer ein multifaktorielles Geschehen ist und fast immer eine der Ursachen beim Menschen selbst zu suchen sind. 

Im Falle Nutria in einer Hinsicht sowieso, denn es war der Mensch, der sie einst von Südamerika hierher verbracht hat, sie in den letzten hundert Jahren teils ungewollt immerwieder verbreitet, aber auch sehr gezielt aus den verschiedensten Gründen ausgesetzt und angesiedelt hat.

 

Ob die Nutrias dem Lebensraum schaden ist Ansichtssache

Der Stelzenläufer

und mit ihm auch viele andere, haben sich jedenfalls sehr gefreut.

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Foto/Bild Stelzenläufer: www.pixabay.com

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