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Fragwürdiger Vorwurf Nutrias gefährden Küstenschutz

Nutria frisst Wasserpflanzen
Desöfteren liest man leider auch Aussagen, dass Nutrias die Deichsicherheit oder gar den Küstenschutz gefährden würden. 
Schaut man sich die Lebensweise und Gewohnheiten dieser Tiere an, merkt man schnell, dass man hier wohl wieder nur nach einem Schuldigen sucht.

Nur Deiche, die unmittelbar an die Gewässer reichen sind für Nutrias interessant


Nutrias entfernen sich normalerweise nie weiter als 5 - 10 Meter vom Gewässer. 
" Studien zufolge spielen sich 92 % der Handlungen der Nutrias innerhalb eines Bereiches von 4 Meter zum Gewässerrand ab " (Daniel Scheide).
Allein deshalb, weil Nutrias die Nähe zu dem sie schützenden Gewässer bevorzugen.
Deswegen entfernen sie sich von diesem auch nicht all zu weit und suchen sich auch Unterschlüpfe unmittelbar am Gewässerrand, und nicht mehrere Meter davon entfernt.
Also ist ein entfernter Deich keineswegs der Lebensraum für diese Tiere.

Wie sieht es mit der allgemeinen Sicherheit des Deiches aus ?


Eine berechtigte Frage wäre,  wie denn der Hochwasserschutz generell gewährleistet ist, wenn ein Deich tatsächlich bis unmittelbar an den Gewässerrand reicht ? 
In Anbetracht der Klimaveränderungen mit vermehrten Starkregenfällen , wurden bereits einigenorts Deiche zurückverlegt, weil man erkannt hat, dass es langfristig besser wäre, den Gewässern " Platz " zu lassen.

Schafe am Deich

Wie in vielen Bereichen, ist es eher der Mensch, der einen schädlichen Einfluss nimmt


So war es z.B. früher üblich, dass die Deiche durch Schafe beweidet wurden. So wurde das Gras kurz gehalten, Wühltiere meist vertrieben und durch die Beweidung entstand eine feste und dichte Grasnarbe, gleichzeitig wurde durch den Kot der Tiere auch noch gedüngt.
Heutzutage ist es aber vielerorts üblich, die Deiche maschinell mindestens 2 mal im Jahr zu mähen, mit schweren Gerät. Betreiber von Biogasanlagen, die das Mähgut der Deiche nutzen, verdrängen mehr und mehr die Schafherden.
Der Boden verdichtet sich, die Grasnarbe ist nicht mehr so dicht wie bei einer Beweidung, deshalb wird dann meist noch zusätzlich gedüngt, natürlich auch wieder mit schwerem Gerät. Das alles kostet eine Menge Aufwand und Geld für wenig Nutzen im Gegensatz zu einer Beweidung mit Schafen . Außerdem ist das der Stabilität des Deiches nicht zuträglich.

Es gibt also auch bei Deichen viele Ursachen und Schadfaktoren, aber auch genauso viele Vorschläge, Beispiele, Lösungen, wie man Deiche sicher gestalten und erhalten kann, da braucht man nicht den Nutrias die Schuld geben und reißerische Aussagen treffen, wie Nutrias würden jetzt auch noch den Küstenschutz gefährden.

Upate zur Frage gefährden Nutrias den Küstenschutz ( 7.2.2019 )


 

Wie sehr sich Panikmache seitens der Medien und teils Jägerschaft von der Realität unterscheiden zeigt folgendes 

Zitat der Landesregierung von Sep/2017 im Rahmen einer kleinen Anfrage :

 

Frage:

"Wo gibt es konkrete Probleme mit dem Hochwasserschutz aufgrund von Nutriaschäden? 

Antwort:

 

An den in der Unterhaltungspflicht des Landes befindlichen Hochwasserschutzanlagen sind nach Kenntnis der Landesregierung bislang keine von Nutrias verursachten Schäden zu verzeichnen. "

 

Quelle:

Kleine Anfrage Sep/2017

 

 

Dabei sei bemerkt, das Niedersachsen wahrscheinlich sogar das Bundesland mit den meisten Nutrias ist.

( Wahrscheinlich, da kein reelles Monitoring,weder hier noch deutschlandweit, statt findet, sondern als Grundlage für die Nutriavorkommen lediglich die Jagdstrecke genommen wird, die aber vor allem aussagt, wie intensiv die Tiere bejagt werden ) 

 

Nutria Matrose
Eher selten, dass man ein Nutria mit so einer Mütze sieht ;)
Denn als semiaquatische, eher süsswasserliebende Tiere halten sie sich eher nicht am Meer auf. Und ein entfernter Deich ist  ebensoweing ein bevorzugter Lebensraum !

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Foto: Schafe auf dem Deich - pixabay.com

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